Zieleinlauf Galopprennbahn Dortmund

Pferde, Fieber und fünfzig Cent

Das dunkle Haar des muskulösen Vollblutkörpers glänzt in der Sonne. Eine freudige Unruhe ist spürbar und Wadia steigt in den Paradering.

Jenny und ich, stehen am Führring auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel zusammen mit Frau Schickle-Berger, die uns in die Gepflogenheiten eines Renntages einweiht.

Wir erfahren, dass Rennpferde wie auch Golfer ein Handicap haben und das Jockeys recht zierliche Männer sind, die zwischen 54 und 57 Kilogramm auf die Waage bringen. Als Amazone bezeichnet man übrigens weibliche Jockeys. Und bevor der Jockey auf das Pferd steigt, muss er selbst auf die Waage. Denn sein Gewicht und das zu tragende Handicap eines Rennpferdes sind dann das Startgewicht. Starke und schnelle Pferde müssen höhere Mehrgewichte tragen und haben dadurch ein höheres Handicap. Somit wird allen startenden Pferden eine gewisse Siegchance ermöglicht und eine Wette nicht mehr so kalkulierbar.

Vor dem Rennen wird jeder Jockey mit seiner Ausrüstung gewogen

Nun packt auch uns das Wettfieber. Wir gehen zur Wetthalle. Wadia, die 3-jährige Stute, ist uns noch als temperamentvolles Pferd im Gedächtnis. Hinzu kommt, dass der Jockey ein schwarz-gelbes Trikot trägt und Wadia doch schon ein recht hohes Handicap hat. Sie ist nicht der absolute Favorit, zählt aber dennoch zum Favoritenkreis. Wir entscheiden uns für die Platzwette, bei der unser Pferd nur unter die ersten Drei kommen muss. 50 Cent ist der Mindesteinsatz – 500 Euro der maximale Einsatz. Den Tippschein geben wir bei der Wettannahmestelle in der Glastribüne ab; ein stilvoll, verglaster, terrassenartiger Raum der einen wunderbaren Blick auf die Rennbahn zulässt. Dortmund-Wambel ist übrigens die Rennbahn in Deutschland, die alles kann. „Rennen werden auf der Sandbahn unter Flutlicht von November bis März gelaufen und von April bis Oktober wird auf Turf gestartet“, erklärt Frau Schickle-Berger.

Uns zieht es an diesem wunderschönen Frühsommertag wieder nach draußen. Zusammen mit vielen anderen begeisterten und mitfiebernden Besuchern des Sparkassen-Renntags können wir schon das dumpfe Hufgepolter der herannahenden Pferde hören. Wo ist nur unser Pferd, Wadia? Die Pferdeleiber scheinen ineinander zu verschmelzen – dann sehen wir doch das schwarz-gelbe Trikots unseres Jockeys, Eduardo Pedroza. Wadia läuft kraftvoll dem Ziel entgegen. Schafft sie es unter die ersten Drei zu kommen? Lange hat sie die Nase vorn, doch auf den letzten Metern überholt Gen Chi. Wadia wird Zweite!

Wir freuen uns, wir haben auf das richtige Pferd gesetzt und wir haben gewonnen.

Wetten auf der Rennbahn
Erfahrene „Hasen“ helfen Wettanfängern und erklären die Regeln.

Übermäßiges Wetten kann süchtig machen, das wissen wir – für uns war es aber heute ein pures und leidenschaftliches Wettvergnügen!

Zu guter Letzt noch die nächsten Renntermine auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel

17.09.2017   Deutsches St. Leger
08.10.2017   Abschluss der Grasbahnsaison

Übrigens ist das St. Leger das älteste klassische Rennen überhaupt und erstreckt sich über eine Distanz von 1,75 Meilen. Das entspricht ca. 2,8 Kilometern. Der erste Renntag überhaupt in Dortmund war am 18. September 1887 im Fredenbaum Park an der Hobertsburg.

Das höchstdotierte Rennen der Welt ist der Dubai World Cup mit 6.000.000 $ Siegerprämie.

Kontakt:

Dortmunder Rennverein e.V.
Rennweg 70
44143 Dortmund
Telefon: 0231 / 5622660