Eine kulinarische Reise durch Dortmund

Wer Dortmund kulinarisch beschnuppern und dabei nicht ganz allein losziehen möchte, dem bietet sich eine Stadtführung mit eat the world an. Seit 2016 zählt Dortmund zu den über dreißig deutschen Städten, in denen das Franchise-Unternehmen vertreten ist. Das Konzept ist überall das gleiche: „7 Kostenproben in 3 Stunden“ lautet der Slogan der sogenannten kulinarisch-kulturellen Touren. Die Strecken passen sich den örtlichen Gegebenheiten an und entwickeln in jeder Stadt einen eigenen Charme. In Dortmund führt die Route durch die Innenstadt und das Kaiserviertel, ich durfte einmal mitlaufen und habe selbst als Dortmunderin neue Entdeckungen gemacht.

Im Fokus des Rundgangs, bei dem man insgesamt gut fünf Kilometer läuft, stehen die sieben Partnerbetriebe, die sich den Teilnehmern mit einer Kostprobe präsentieren. Ob Traditionsbetrieb oder erst vor wenigen Jahren eröffnet – was die Orte alle gemein haben ist die Liebe zum Detail und die Nähe zum Kunden: Sie alle sind inhabergeführte Geschäfte mit erlesenen und hochwertigen Spezialitäten aus anderen Ländern oder regionalen Produkten. Ein Bäcker legt Wert darauf, dass sein Getreide nicht mehr als 50 Kilometer entfernt wächst und die Wasserquelle nur einen Kilometer entfernt sprudelt. Ein anderer Händler zeigt auf einer illustrierten Landkarte genau, wo seine Produkte herkommen. An einigen Stationen begrüßt der Inhaber oder die Inhaberin persönlich die Gruppe erzählt seine Geschichte. Wo es sich nicht ergibt, da übernimmt die Gästeführerin und berichtet von den Lebenswegen der Betreiber. Oft sind es „Aussteiger“ aus sicheren Berufen, die sich ihren Traum vom eigenen Geschäft erfüllen und mit vollem Herz dabei sind.

An den so liebevoll eingerichteten Orte möchten die Teilnehmer gern länger verweilen. Die Gästeführerin hat Mühe die Gruppe wieder in Bewegung zu bringen, doch der der Rundgang ist zeitlich streng durch getaktet – schließlich wartet die nächste frisch zubereitete Kostprobe schon. Insgesamt sieben Häppchen halten die Teilnehmer bei Laune.

„Ein Happen Kultur im Wechsel mit einem Happen Kulinarik“

Der Rundgang führt nicht gradlinig zu den gastronomischen Betrieben und den leckeren Kostproben – es werden Abstecher zu stadthistorischen Bauten, Denkmälern oder Skulpturen gemacht, die Anlass für einen Exkurs in die Stadtgeschichte geben. Auf unserer Dortmunder Tour passieren wir zum Beispiel das Schüchtermann-Denkmal, erhalten Hintergrundinfos zum Baukunstarchiv, machen am Adlerturm einen Exkurs in das Mittelalter oder besuchen auf dem Ostfriedhof das Grab von Henriette Davidis, einer der ersten deutschen Kochbuchautorin.

Die Teilnehmer kommen aus Dortmund oder aus der näheren Umgebung. „Oft nutzen Studenten die Tour, um ihren Eltern die neue Stadt zu zeigen“, verrät mir Susanne Martins Sequeira von Eat the World. In unserer Gruppe hat eine Teilnehmerin die Schule in Dortmund besucht und zog danach nach Süddeutschland. Sie erinnert sich lebhaft an die Schulzeit im Käthe-Kollwitz Gymnasium als wir auf dem damaligen Schulhof stehen. Ihr Bericht von Begegnungen zwischen den Schülerinnen ihrer Klasse auf dem Mädchengymnasium und den Jungs vom Stadtgymnasium als in der Turnhalle Schichtwechsel war, erheitern die Gruppe.

Am Ende des Rundgangs sind die Teilnehmer geschafft, glücklich und satt. Selbst die Dortmunder sind überrascht, doch längst nicht alles in der Stadt zu kennen. Auch wenn man von vielen Betrieben schon einmal gehört hat, hatte es sich bisher nicht ergeben, mal rein zu gehen. Drei Stunden sind rasch vergangen, der Rundgang bietet ein abwechslungsreiches Programm mit Raum zum Quatschen und warm werden miteinander und mit der Stadt.

Die Rundgänge finden fast jeden Freitag und Samstag statt. Individuelle Gruppentermine sind auf Anfrage möglich: Zur Terminliste

Dass man in Dortmund kulinarisch eine ganze Weltreise unternehmen könnte, das beweist ein Blick in jeden Gastronomieführer. Allein in der Münsterstraße kann der Gaumen eine Reise unternehmen. Mehr Infos zur Münsterstraße gibt es in diesem Video. Gut hundert Betriebe werden in dem Magazin „Dortmund geht aus“  anbhand von jährlich neuen unabhängigen vorgestellt.