Grün und Wild: Auf Bienen-Safari in Dortmund

Ein Aufkleber mit einem winkenden und lächelnden Bienchen fällt mir in die Hände und ich frage mich, wie viele Bienen wohl in Dortmund leben und fleißig zur blühenden und grünen Stadt beitragen?

Auf jeden Fall haben die Bienen sicherlich eine Menge zu tun, denn Dortmund ist die zweitgrünste Stadt unter den deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Nur Hamburg hat mehr Grün. 70,7 % der Dortmunder Stadtfläche ist grün. Öffentliche Grünflächen, Felder, Wälder aber auch bepflanzte Dächer, Privatgärten, begrünte Hinterhöfe und Stadtbäume sind den Augen der Satelliten der NASA nicht verborgen geblieben.

Nun muss aber doch ein Fachmann her, um meine Fragezeichen zu klären. Ich besuche den Imker, Heinrich Kleffmann, im Gartenverein „Glück-Auf“ in Dortmund-Dorstfeld, der vor 85 Jahren von Bergmännern gegründet wurde. Eine 420 m² große Parzelle wurde in mindestens 900 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit durch Vereinsmitglieder und mit finanzieller Unterstützung des Stadtverbandes in einen wunderschönen Bienenlehr- und Schaugarten verwandelt. Und inmitten von über 90 verschiedenen Stauden, Gräsern, Kräutern und Bienennährgehölzen thront eine Imme, die von einem Vereinsmitglied in liebevoller Kleinarbeit detailgetreu nachgebildet wurde.

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Vorbei an blühenden Sträuchern und Blumen und sachkundig gebauten Tränken für Bienen gehen wir zum Lehrbienenstand und den Bienenstöcken des Imkers.

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Am Lehrbienenstand kann ich direkt in den Bienenstock, geschützt durch eine Glasscheibe, schauen. Auf der Wabe sitzen unzählige Honigbienen. Herr Kleffmann erzählt mir, dass es seit etwa 40 Millionen Jahren Bienen gibt und rund 5000 bis 50000 Bienen ein Volk bilden. Die Bienenkönigin legt pro Tag bis zu 1000 Eier und eine Biene lebt etwa 35 Tage. Nachdem die Biene geschlüpft ist, verbringt sie die ersten 21 Tage ihres Lebens im Bienenstock als Putzfrau, sorgt für die Verpflegung im Stock, ist Bauarbeiterin und Wächterin. Ab dem 22. Lebenstag ist sie dann Flug- oder Sammelbiene. Dabei fliegt sie zunächst immer die gleichen „Weiden“ wie zum Beispiel ein Rapsfeld, das in der Nähe liegt, an. Ist diese Nahrungsquelle erschöpft sucht die Biene nach neuen Weidemöglichkeiten. Nach etwas mehr als einem Monat harter Arbeit stirbt die Biene und fällt einfach zu Boden und wird von anderen Tieren – wie Spinnen oder Vögeln – gefressen.

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Ich erfahre, dass es in Dortmund rund 250 Imker mit 1550 Bienenvölkern gibt. Das bedeutet, dass es in Dortmund im Sommer knapp 62 Millionen Honigbienen gibt, die natürlich zusammen mit Wildbienen, Wespen, Hummeln und anderen Insekten für die Bestäubung der Blüten und somit für unser grünes Dortmund zuständig sind. Und schon drängt sich mir die nächste Frage auf. Wo leben denn all die anderen Bienen?

Leckerer Honig wird übrigens bei 22 bis 27 ° Grad geschleudert und hat einen maximalen Wassergehalt von 17%. Gehen die Bienen auf Blüten wird daraus fester Honig – Gehen die Bienen eher auf Nektarien wird daraus flüssiger Honig, erklärt mir Herr Kleffmann. Und die Farbe des Honigs gibt Auskunft über die Herkunft. Zum Beispiel ist Honig von Tannen dunkel und reich an Mineralien.

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Besonders freut sich der Gartenverein „Glück-Auf“ auch über seine zahlreichen Besucher auf zwei Beinen. Kindergärten, Schulklassen, Wanderer, Spaziergänger und sogar Gruppen aus dem In- und Ausland haben den Bienenlehr- und Schaugarten schon besucht. Auch ein Forscherpfad für Kinder wurde vom Gartenverein „Glück-Auf“ in Zusammenarbeit mit dem Gartenverein „Oberdorstfeld“ erarbeitet. 18 Fragen für Kinder zu Bienen, Vögeln, Kräutern und vielen anderen Dingen warten darauf gelöst zu werden. Den Fragebogen gibt´s im Internet. Die Lösungen bekommt man jedoch nur im Gartenverein. Die längste Spielstraße der Gartenvereine und ein leicht begehbares Wegenetz, welches vorbei an einer riesigen Kräuterschnecke und dem Mehrgenerationenengarten der Martin-Luther-King-Gesamtschule führt, laden ebenfalls zum Verweilen im „Gartenpark-Innenstadt-West“ ein. In der Gartenanlage wurden auch schon Füchse und Squirrels, amerikanische Eichhörnchen, gesehen. Manche paaren sich sogar schon mit den heimischen Eichhörnchen.

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Die Anlage des Gartenvereins „Glück-Auf“ ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Wenn man zum Beispiel mit dem Fahrrad eine Tour ins Grüne machen möchte, wartet schon ein erfrischendes Radler im sonnigen Biergarten der Gastronomie des Gartenvereins. Gleich vor der Tür ist auch noch ein Spielplatz, den die Kinder in Windes Eile für sich erobern können. Alles ist ebenerdig und somit für alle Menschen problemlos zu erreichen.

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Und zu guter Letzt erfahre ich dann noch von Heinrich Kleffmann, dass Dortmunds berühmteste Biene, die schwarz-gelbe Emma, wohl eher eine Wespe ist, denn Bienen sind nun mal braun-gelb. 😉

 

Kontakte:

Gartenverein „Glück-Auf“ – Dortmund-Dorstfeld e.V.

Am Hartweg 119

44149 Dortmund

Frank Peters – Tel.-Nr.: 0172 235 16 58

E-Mail: kontakt@glueck-auf.info

www.glueck-auf.info

Imker: Heinrich Kleffmann – Tel.-Nr. 0231-9865545