Mit dem Rolli auf dem PhoenixSee

Ahoi und herzlich willkommen zum Segeltörn auf dem PhoenixSee ruft mir Dirk Loose, der Geschäftsführer von sail-together, entgegen.

Mitgebracht hat er seine Tochter Lilith und ich lerne zunächst, dass Lilith nach Überlieferungen im Talmud die erste, stolze und selbstbewusste Frau Adams war.

Lothar Ständecke, Vorsitzender von sail-together, macht unterdessen schon mal die Boote klar. Während wir auf Jacky und Till, zwei Rollstuhlfahrer, warten, erfahre ich, dass man Mut haben muss das scheinbar Unmögliche zu denken.

Sail-Together e.V. wurde im Mai 2001 gegründet und ist ein Verein zur Förderung nationaler und internationaler Begegnung und Integration von Menschen mit und ohne Behinderung.

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In den Niederlanden haben die Initiatoren von sail-together SailWise kennengelernt. SailWise ermöglicht dort Wassersport für Alle. In einer herrlichen Urlaubsumgebung auf der Insel Robinson Crusoe können Menschen mit Behinderungen verschiedenste Wassersportarten aktiv kennenlernen.

Inspiriert von den holländischen Nachbarn kaufte sail-together ein Plattbodenschiff. Es wurde überholt, umgebaut und seetüchtig gemacht. Hinzu kam dann noch ein vom Bootsbauer, Matthias Müller, neu konstruiertes Schiff, die A. Noah. Ein wartungsfreundliches Schiff komplett aus Aluminium, bei dem alle Sitze situativ versetzt werden können. 105.000 Aluminiumdosen müsste man übrigens einschmelzen, um ein weiteres Boot dieser Art zu bauen, erzählt mir Dirk Loose.

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Plattbodenschiff von Sail together

 

Nun aber kommen Till und Jacky, beide sitzen im Rollstuhl und haben verschiedenste Einschränkungen. Till ist schon ein erfahrener Segler und hilft Lothar Ständecke das Plattbodenschiff klar zu machen. Jacky wird über die eigens für die A. Noah konstruierte mobile Rampe in das Boot hineingefahren und übernimmt gleich das Ruder.

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Der Elektromotor wird gestartet und es kommen die Kommandos „Leinen los“ und „Klar zum Ablegen“. Jacky steuert unser Boot ganz souverän auf den See hinaus. Tim, unser junger Kapitän, weist Jacky an in den Wind zu fahren und lässt uns Leichtmatrosen 😉 das Großsegel setzen. Ich erfahre, dass der PhoenixSee mit seinen 4,5 Metern Tiefe, ein anspruchsvolles Revier ist, da die umlaufenden Winde stetige Konzentration und rasches Handeln erfordern. Eine leichte Brise weht uns um die Nase. Wir müssen mehrmals Aufkreuzen, um zum Hafenbecken im Westen des Sees zu kommen. Und dort sehen wir einen Rollstuhlfahrer, der uns zuwinkt und fasziniert zusieht. Es scheint, als könnte er kaum glauben, dass eine Rollstuhlfahrerin das Boot steuert. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass auch er gern erleben würde, wie es ist auf dem PhoenixSee zu segeln.

 

Und ja, die Boote von sail-together können unter www.ej-do.de oder post(at)ej-do.de   gebucht werden. Der normale Tagessatz für die Miete des Bootes und eine kleine Aufwandsentschädigung für den Skipper liegt bei 100 €. Es können bis zu 8 Personen und max. drei Rollis segeln und eine Seefahrt dauert insgesamt ungefähr 4 Stunden.

A. Noah beim Ablegemanöver
A. Noah beim Ablegen auf dem PhoenixSee

 

Wichtig ist es uns, unabhängig von der Bezahlung, Segeln für alle Menschen zu ermöglichen, sagt Dirk Loose.

Kontakt:

info(at)sail-together.de
http://www.sail-together.de

Verwaltung
Telefon +49-231-8494-537